Die österreichischen Wälder haben eine große ökologische und wirtschaftliche Bedeutung. Sie sind Heimat zahlreicher Pflanzen und Tiere, schützen Siedlungen im Tal vor alpinen Naturgefahren und sind Grundlage der Holzindustrie. Eine nachhaltige Bewirtschaftung und die Bewahrung schützenswerter Wälder sind jedoch dringend geboten, damit sich auch in hundert Jahren unsere Nachkommen an der intakten Natur erfreuen können.
Nicht umsonst haben die Vereinten Nationen das Jahr 2011 zum Internationalen Jahr der Wälder erklärt, denn trotz strenger gesetzlicher Regelungen in Österreich und den meisten europäischen Ländern werden immer wieder schützenswerte Wälder zerstört.
Zum großen Teil findet in Österreich eine nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder statt. Neuanpflanzungen nach Lawinen und Hangrutschungen zur Bildung eines Schutzwaldes zeugen von der großen Bedeutung des Waldes in Österreich. Die nachhaltige Forstwirtschaft ist in ganz Österreich Grundlage für viele Arbeitsplätze. Holz eignet sich als nachwachsender Rohstoff hervorragend zum Bauen von Möbeln und dient zum umweltfreundlichen Heizen, unabhängig von großen Konzernen und dem internationalen Ölmarkt.
Doch auf der anderen Seite wurden und werden auch heute noch zahlreiche Wälder abgeholzt, um Platz für breitere Pisten, Liftanlagen und Beschneiungstechnik in den Skigebieten zu machen. Der Lebensraum der Wildtiere wird dadurch eingeschränkt, die Nachtruhe gestört und Verbindungswege getrennt. 2011 wurde die Verbindung der Skigebiete Hochjoch und Nova im Montafon gebaut, auch dies war nicht ohne Folgen für den Wald. Auch weitere Verbreiterungen von Skiabfahrten gingen mit einem Verlust von Schutzwald einher.
Doch nicht nur die Tierwelt leidet unter der Abholzung. Mit Verlust des Schutzwaldes werden Lawinenverbauungen nötig, deren Bau und Unterhaltung viel Geld kostet.
Aber nicht nur durch den Bau neuer Infrastrukturanlagen wird der Wald in Österreich bedroht. Schon seit Langem ist der Borkenkäfer in den heimischen Wäldern unterwegs, doch durch den Klimawandel kam es in den vergangenen Jahren zu verstärkten Auswirkungen. Durch die Temperaturerhöhung stieg die Grenze des Befalls von 1400 auf 1700 m, so dass auch zahlreiche Schutzwälder bedroht sind. Die Monokulturen aus Fichten sind besonders anfällig für Borkenkäferbefall. Forstwissenschaftler müssen dafür sorgen, dass sich der Befall nicht weiter ausbreitet. Weiters muss ein Wechsel von Fichtenmonokulturen zu artenreichen Bergwäldern stattfinden, nicht nur wegen des Borkenkäfers. Denn aufgrund des zu erwartenden Temperaturanstiegs und zunehmender Trockenperioden werden andere Baumarten wie die Douglasie bessere Aussichten als Fichten haben, hierin sind sich die Forstwissenschaftler einig.
Wir stellen also fest, dass trotz der fast ausschließlich nachhaltigen Forstwirtschaft in Österreich Konzepte notwendig sind, um die Bedrohung der Wälder zu reduzieren und einen beständigen Wald als Schutzwald und Lebensraum zu erhalten.